Montag, 9. April 2018

Gedicht [Einöde]















Einöde


alles ist schweigsam

wir

die Weite

der Weg
der plötzlich verendet
im stumpfen rasierten Gras

mutig gehen wir
weiter
wissen nicht wirklich
wohin

Karte und Kompass
haben wir nicht –

ein einziges Haus
in vier Stunden
wir sehen hin
es antwortet nicht
(dieses tote Holz)

alles ist gleich:
überall stürzt der Himmel
auf kurzes Gestrüpp
das fußhoch
vom Winter gebleicht
eher grau ist als grün

hier steht ein Wasser
da ein Sumpf –

ein paar von uns weinen
einer schreit irre lang
in die Landschaft

als er den See sieht
mit einem Punkt:
einem Boot

wir rufen und winken – 

und dann
ist alles schweigsam

wir
die Weite
der See
der Fremde

bringt uns
ins Leben zurück








© Marlies Blauth


















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